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Vom Beteiligungsprojekt zur Schaukel

In der Kindertagesstätte "Pfiffikus" in Halberstadt

 In der AWO Kindertagesstätte "Pfiffikus" hat im Sommer 2021 eine Weiterbildung zu Partizipation und Teilhabe von Kindern stattgefunden. Begleitet wurde diese von der Bereichsleitung der AWO Kindertagesstätten und Multiplikatorin Susanne Bertl.

Seitdem hat sich in der Kita viel getan und es wurde ein Beteiligungsprojekt auf den Weg gebracht. Als Thema haben sich die Kinder die Schaukel auf dem Hof ausgesucht. Kein Wunder, denn kurz vorher wurde die alte Schaukel abgenommen und der Platz abgesperrt.

Bis zur neuen Schaukel dauerte es aber noch einige Zeit. Die Kinder haben in ihren Gruppen in Katalogen geblättert, sich informiert, Spielplätze besucht und sich ihre Wunschschaukel schließlich gemeinsam ausgesucht, nachdem sie in ihren Gruppen eine Vorauswahl getroffen haben.

Der Kinderrat, bestehend aus gewählten Vertreter*innen aus den Gruppen und Erzieher*innen, setzen sich mit der Einrichtungsleiterin Maria Matthäs oder auch der Stellvertretung Julia Hensch zusammen, um aus den Wünschen der Gruppen in einer geheimen Abstimmung schließlich die Schaukel auszuwählen, die schließlich angeschafft werden sollte.

Diese Entscheidung wurde in der Kita gefeiert. Dann ging es aber an die nächsten Schritte: Die Finanzierung wurde geklärt, von der Seite der Großen, aber auch die Kinder haben sich viele Gedanken gemacht – so eine Tampenschaukel, die es nun werden sollte, kostet richtig viel Geld. "Vielleicht können wir etwas tun, um Geld zu sammeln?" Wieder wurden Ideen gesammelt und im Kinderrat abgestimmt. Ergebnis: Wir machen einen Kuchenbasar! Im Oktober 2021 baten wir alle Eltern und Familien um Mithilfe und auch das Team der Kita Pfiffikus buk fleißig mit. Die Kinder verkauften den Kuchen und warben für ihre Traumschaukel.

Im nächsten Schritt entschieden die Gruppenvertreter in einer geheimen Abstimmung, wer mit der Leitung gemeinsam die Schaukel bestellt. Jeder gab seine Stimme ab, nachdem besprochen wurde, wie es ablaufen wird. Mit den auserwählten zwei Kindern traf Maria Matthäs sich kurze Zeit später. Wie eben im wahren Leben, konnten die Kinder erfahren, dass nicht immer alles glatt läuft. Unsere Bestellung über das Internet-Onlineportal hat nicht funktioniert. Wir suchten nach einer zweiten Idee und kamen darauf, den Anbieter anzurufen. Dies versuchten wir mehrmals, um ihn zu erreichen. Dies stellte die Geduld schon auf die Probe. Als der Anruf erfolgreich war, erklärte man uns, dass die Bestellung bitte per E-Mail gemacht werden werden solle. Auch das machten wir gemeinsam und schickten die E-Mail ab.

Nach vielen, vielen Wochen der Wartezeit, wurde in diesem Jahr die Schaukel geliefert. Viel war noch nicht zu erkennen. Im Sommer 2022 wurde die Schaukel aufgebaut. Die Bauphase musste noch verlängert werden, um alles ordnungsgemäß abzuschließen. Hierbei haben uns die Dekra, unser Träger die Arbeiterwohlfahrt und besonders unser Sicherheitsbeauftragter Frank Heinze unterstützend beigestanden.

Es wurde ein Projekt mit einem Lernfeld für das Leben: Es braucht Geduld, Durchhaltevermögen, Mut zum Finden neuer Lösungen, um Ende an das lang ersehnte Ziel zu gelangen und es nicht aus den Augen zu verlieren.

Bei der Einweihungsfeier am 12. Oktober  wurde das getan, was die Kinder wünschten: gesammelte Ideen wurden im Kinderrat verfestigt und an diesem Tag vom Team umgesetzt: Ein Band durchschneiden, Luftballons, Kuchen, Knabbereien, Pommes zum Mittagessen und viel Musik zum Tanzen. Es herrschte natürlich viel Aufregung, als die Tampenschaukel endlich eröffnet wurde. Jedes Kind wollte schaukeln und sich ausprobieren. Im Laufe des Tages hat sich die Aufregung schon gelegt, doch die strahlenden Kinderaugen sind geblieben und mit Sicherheit wird die Tampenschaukel ein Lieblingsplatz.

"Ich möchte an dieser Stelle noch einmal allen danken, die am großen Beteiligungsprojekt Anteil hatten – egal in welcher Form – natürlich allen voran die Pfiffikuskinder. Das engagierte Team, welches, ob Rückschläge oder nicht, dran blieb und die Kinder motivierte und den Kinderrat mit den vorher gestalteten Gruppenbesprechungen erst möglich machte. Unsere Eltern und Familien, die immer bereit sind, uns zu unterstützen und an der Seite der Kinderinteressen stehen, sowie allen Kolleg*Innen der AWO, die mit Rat und Tat zur Seite standen", sagt Einrichtungsleiterin Maria Matthäs.

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