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Die AWO Kindertagesstätte Kinderhaus an der Ilse geht Schachmatt

Wenn Kinder den pädagogischen Mitarbeiter*innen am Schachbrett plötzlich den Rang ablaufen

Im Alltag unserer Kindertagesstätte lernen Kinder jeden Tag auf ganz unterschiedliche Weise - beim Spielen, im Miteinander und in angeleiteten Angeboten. Das Schachprojekt im Kinderhaus an der Ilse ist dabei keine neue Baustelle, sondern vielmehr eine schöne Abwechslung, um an denselben wichtigen Kompetenzen zu arbeiten - nur auf eine andere, für die Kinder besonders spannende Art.

Beim Schachspielen üben die Kinder ganz intensiv ihre Konzentration. Dinge, die ihnen in anderen Situationen manchmal noch schwerfallen, gelingen hier oft leichter, weil sie mit Freude und Neugier dabei sind. Sie bleiben länger bei einer Sache, denken nach und lassen sich weniger schnell ablenken. Auch der Umgang mit Regeln wird durch das Schachspiel greifbar. Die Kinder erleben, dass Regeln notwendig sind, damit ein Spiel funktioniert und für alle fair bleibt - und können das, was sie im Alltag lernen, hier direkt anwenden und vertiefen.

Ganz nebenbei passiert noch viel mehr: Die Kinder überlegen sich ihre nächsten Schritte, planen voraus und lernen, Entscheidungen zu treffen. Sie erkennen Zusammenhänge, zählen Felder und Figuren und entwickeln ein Gefühl für Muster - alles Fähigkeiten, die sie auch in anderen Bereichen ihres Alltags brauchen.

Besonders schön ist zu beobachten, wie sehr die Kinder an Selbstvertrauen gewinnen. Sie merken: „Ich kann das!“ Sie spielen eigenständig, erklären anderen die Regeln und werden immer sicherer. Und manchmal kommt es sogar vor, dass sie den pädagogischen Fachkräften im Spiel um nichts nachstehen. Das sorgt für ein kleines Augenzwinkern und für ganz viel Stolz bei den Kindern.

Auch im Miteinander zeigt sich eine stetig wachsende Entwicklung: Die Kinder helfen sich gegenseitig, erklären geduldig und achten darauf, fair zu spielen. Sie lernen, Rücksicht zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Im Umgang mit dem Material übernehmen sie Verantwortung. Figuren werden gezählt, Spiele ordentlich aufgebaut und wieder aufgeräumt. Die Kinder verstehen, dass es wichtig ist, gut auf die Dinge zu achten, damit alle lange Freude daran haben.

Das Schachprojekt zeigt, dass Kinder oft am besten lernen, wenn sie interessiert und mit Begeisterung dabei sind. Es ist eine wunderbare Ergänzung zum Alltagsgeschehen im Kindergarten und eine neue Möglichkeit, wichtige Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Und nicht nur die Kinder lernen dazu: Auch die pädagogischen Fachkräfte wachsen mit dem Projekt. Durch das große Interesse der Kinder setzen sich die Kolleginnen selbst intensiver mit dem Schachspiel auseinander, eignen sich neue Kenntnisse an und entwickeln gemeinsam mit den Kindern ihre Fähigkeiten weiter. So entsteht ein gemeinsamer Lernprozess, bei dem alle voneinander profitieren. Dieses Lernen auf Augenhöhe stärkt nicht nur die Beziehung, sondern macht für die Kinder auch erlebbar, dass Lernen niemals aufhört.

Stephanie Müller

Kinderhaus an der Ilse

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