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Kinderhaus an der Ilse:

Vom Krisenmoment zur pädagogischen Weiterentwicklung

Im Januar 2023 wurde in der AWO Kindertagesstätte Kinderhaus an der Ilse ein Schimmelbefall festgestellt. Für die Einrichtung bedeutete dies zunächst eine erhebliche Herausforderung. In enger Abstimmung mit Fachfirmen, Behörden, dem Träger und dem Gebäudeeigentümer wurden die Ursachen untersucht, Maßnahmen eingeleitet und notwendige Sanierungen begleitet.

Die AWO Kinder- und Jugendhilfe GmbH als Träger der Einrichtung hat sich dabei bereits über viele Jahre hinweg intensiv für eine nachhaltige Verbesserung der räumlichen Situation eingesetzt. Im Rahmen verschiedener Gespräche und Abstimmungen wurden unterschiedliche Lösungsansätze geprüft - darunter auch weitergehende Überlegungen zu umfassenden Sanierungsmaßnahmen sowie möglichen baulichen Neuentwicklungen, die seitens des Trägers aktiv und finanziell unterstützt worden wären. Nicht alle Ansätze ließen sich im bestehenden Rahmen realisieren. Dennoch wurden die vorhandenen Möglichkeiten konsequent genutzt, um die Bedingungen für Kinder und Mitarbeitende kontinuierlich zu verbessern.

Ergänzend dazu beauftragte die Trägerschaft ein unabhängiges Gutachten, um die Situation fachlich fundiert bewerten zu lassen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die umgesetzten Schritte führten dazu, dass der Schimmelbefall erfolgreich eingedämmt und die Situation nachhaltig stabilisiert werden konnte.

Begleitend fanden regelmäßige Kontrollen und Raumluftmessungen statt. Nach aktuellem Stand besteht keine gesundheitliche Gefährdung für Kinder oder Mitarbeitende. Der Kitabetrieb konnte während der gesamten Zeit verlässlich aufrechterhalten werden.

Darüber hinaus wurden die Entwicklungen genutzt, um die räumlichen Möglichkeiten insgesamt zu stärken. So konnte unter anderem zusätzlicher Raum durch einen Container geschaffen werden, der die pädagogische Arbeit heute sinnvoll ergänzt und neue Möglichkeiten eröffnet.

Während die öffentliche Wahrnehmung die Einrichtung vielfach weiterhin mit der damaligen Situation verbindet, hat sich innerhalb der Kita ein anderer Schwerpunkt entwickelt: die konsequente Weiterführung und Stärkung der pädagogischen Arbeit.

Trotz der äußeren Belastung blieb der Alltag der Kinder geprägt von Verlässlichkeit, Beziehung und Förderung. Fachkräfte sorgten für stabile Strukturen, griffen Themen der Kinder auf und gestalteten den Tagesablauf bewusst so, dass Sicherheit und Orientierung jederzeit gewährleistet waren. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigte sich die Bedeutung einer tragfähigen pädagogischen Haltung.

Parallel dazu wurden die räumlichen Gegebenheiten nicht nur instandgesetzt, sondern schrittweise weiterentwickelt. Gruppenräume werden zunehmend neu gedacht und gestaltet - mit Blick auf die Bedürfnisse der Kinder nach Bewegung, Rückzug, Kreativität und gemeinschaftlichem Erleben. So entstehen Lern- und Erfahrungsräume, die über die ursprüngliche Nutzung hinausgehen.

Auch konzeptionell setzt die Einrichtung Impulse: Partizipation, dies bedeutet in der Kindertagesstätte, dass Kinder alters- und entwicklungsangemessen an Entscheidungen beteiligt werden, die ihren Alltag betreffen.

Das heißt: Kinder dürfen mitreden, mitentscheiden und ihre Meinung äußern. Sie erleben, dass ihre Bedürfnisse, Ideen und Beschwerden ernst genommen werden. Partizipation zeigt sich zum Beispiel darin, dass Kinder bei der Auswahl von Spielangeboten, Projektthemen, Raumgestaltung, Regeln in der Gruppe oder Alltagssituationen wie Essen, Ruhezeiten und Ausflügen beteiligt werden. Partizipation leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung sozialer Kompetenzen, zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und zur Förderung demokratischer Grundhaltungen. Alltagsintegrierte Bildung und eine enge Zusammenarbeit mit Familien bleiben zentrale Bausteine der Arbeit. Die vergangenen Jahre haben dabei nicht nur Anforderungen gestellt, sondern auch Entwicklungsprozesse angestoßen.

Die räumliche Situation wird weiterhin sensibel beobachtet, sie spielt erfreulicherweise nicht mehr im Mittelpunkt. Vielmehr sind die Fragen, wie gute frühkindliche Bildung unter sich verändernden Bedingungen gelingen kann - und wie eine Kita sich kontinuierlich weiterentwickelt, wichtiger.

Das Kinderhaus an der Ilse zeigt dabei einen klaren Weg: weg von der reinen Problemwahrnehmung, hin zu einer lebendigen, reflektierten und zukunftsorientierten pädagogischen Praxis. Für die Kinder bedeutet das vor allem eines - einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen, wachsen können und in ihrer Entwicklung ernst genommen werden.

Sie möchten sich selbst ein Bild machen?
Dann vereinbaren Sie gerne einen Termin und lassen Sie sich von der pädagogischen Arbeit, der wertschätzenden Atmosphäre und den neugestalteten Räumlichkeiten begeistern. Denn oft entsteht der beste Eindruck dort, wo Kinder täglich lernen, spielen und wachsen.

Zum YouTube-Video:


Stephanie Müller

Kinderhaus an der Ilse

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