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Mit Eltern und Erzieher*innen im Austausch ... Die AWO Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche

»Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.« Hermann Hesse

Im Rahmen der AWO Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche gehört Präventionsarbeit zum Tätigkeitsfeld. Gerne arbeiten wir als Berater*innen mit verschiedenen Kindertagesstätten im Landkreis in Form von gemeinsam gestalteten Elternnachmittagen bzw. -abenden zusammen. Unterschiedliche Themen, die häufig an den Bedarfen orientiert sind, werden angeboten, so dass interessierte Eltern mit uns in den Austausch gehen können. Das ist immer wieder eine sehr wertvolle Zeit, die wir erleben. Uns begegnen stille zuhörende bis kritisch hinterfragende Mütter und Väter in solchen Runden. In Zusammenarbeit mit Erzieher*innen geben wir Inputs aus entwicklungspsychologischer und systemischer Sicht sowie Erfahrungswerte aus dem pädagogischen Alltag der Kitas. Eltern können Fragen stellen und ihre eigenen Haltungen einbringen, so dass auch die Kitaangestellten sowie wir als Berater*innen einen Einblick in die elterlichen Erfahrungswelten bekommen. Häufig sind es doch die Mütter und Väter, die ihre Kinder am besten kennen und einschätzen können.

Ein interessantes Thema eröffnete sich uns im Juni, als es um „Übergänge gestalten“ ging. Begegnen den kleinen Menschen im Kindergartenalter doch bereits zahlreiche Übergänge, die uns Erwachsenen häufig gar nicht als solche bewusst sind. Der Eintritt in die Krippe, der Wechsel in den Kindergarten und später dann in die Schule sind prägnante und dadurch eher bewusste Übergänge. Jedoch erleben die Kinder häufig tägliche Wechsel von Situationen, die ihnen verschiedene Fähigkeiten abverlangen… von Anpassungsfähigkeit über Emotionsregulierung bis hin zur Trauerbewältigung. Es beginnt mit dem morgendlichen Aufwachen, das heißt der Übergang vom Schlaf in den wachen Zustand, und endet mit der Verabschiedung vom Tag in die Nacht. Wer selbst Kinder hat, weiß, wie herausfordernd das sein kann. Dazwischen dürfen die Kinder den Abschied von den Eltern, das Ende jeder Spielzeit, die Verabschiedung von Erzieher*innen und Freunden beim Abholen am Nachmittag und noch viele kleine Übergänge meistern. Bestenfalls tritt Gewohnheit ein und es wird für alle Beteiligten leichter, dennoch haben verschiedene Aspekte Einfluss auf solche Herausforderungen, die Eltern und Erzieher*innen aktiv mitgestalten können. 

Das Verständnis und bewusste Wahrnehmen für die aufwühlenden Momente, das Nutzen von hilfreichen Geschichten und Ritualen sowie das Aufbringen von Geduld und einer wohlwollenden Haltung dem Kind gegenüber können das Meistern von Übergängen erleichtern. Außerdem geben diese täglichen Herausforderungen auch in Zukunft Sicherheit im Umgang mit unsicheren Veränderungen im Leben beispielsweise ein Umzug, der Verlust eines Menschen oder die Trennung der Eltern.

Beim letzten Elternabend kamen viele kreative Ideen der Eltern, wie sie bereits auf die Reaktionen ihres Kindes eingehen und es bisher geschafft haben, die kleinen Menschen bei den kleinen und großen Herausforderungen ihres Lebens zu unterstützen. Aus solchen Treffen entsteht bei manchen Eltern auch hin und wieder der Bedarf, sich mit ihrem Anliegen in der Beratungsstelle zu melden, um sich nochmal intensiver mit einem eigenen Anliegen zu befassen.

Simone Bebermeyer,

Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche

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