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Pressemitteilungen aus dem Kreisverband Harz e.V.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was es Neues aus dem Kreisverband und seinen Gesellschaften gibt. Scrollen Sie einfach nach unten, um in unseren Pressemitteilungen zu lesen.

100 Jahre Arbeiterwohlfahrt: Schüler der Bosseschule interviewen AWO-Urgestein

 Zeitzeuge C. Wolfgang Müller hat sich in Berlin den Fragen der Jugendlichen gestellt

 Am 13. Dezember 1919 – also vor genau 100 Jahren begann die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt. Heute gehört sie zu den sechs Spitzenverbänden der Wohlfahrt in Deutschland. Was heute ein dezentral organisierter Wohlfahrtsverband ist, wurde am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz als Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet. Auch heute ist ihre wichtigste Aufgabe sozial schlechter gestellte Menschen zu unterstützen.

Die Schüler Angelina Appenroth, Konrad Seidlitz und Chris Wilkerling der Bosseschule/Sekundarschule Quedlinburg wollten mehr über die Arbeit, Entwicklung und Hintergründe erfahren und machten sich auf den Weg nach Berlin. Dort trafen sie auf C. Wolfgang Müller, emeritierter Professor für Erziehungswissenschaften und Sozialpädagogik – und seit vielen Jahren Mitglied der Arbeiterwohlfahrt. Der 92-Jährige hat in seinem Leben viele Höhen und Tiefen der AWO miterlebt und den Jugendlichen von seinen Erfahrungen berichtet. Entstanden ist dabei ein Interview-Film, der im Rahmen von „100 Jahre AWO“ unter anderem bei verschiedenen Veranstaltungen des Kreisverbands gezeigt werden soll.

 

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Kurse erfolgreich beendet  

Im Januar starteten in der Halberstädter AWO-Begegnungsstätte in der Eike-von-Repgow-Straße zum zweiten Mal zwei Kreativkurse. Der große Erfolg der Kurse Töpfern und Malen, die mit einer viel beachteten Ausstellung endeten, sowie zahlreiche Nachfragen nach einer Fortsetzung hatten den AWO Kreisverband Harz e.V. veranlasst, sich erneut bei der Aktion Mensch um eine Förderung zu bewerben.

Besucher der Begegnungsstätte, Mädchen und Jungen aus der benachbarten Kita "Pfiffikus" sowie Senioren, Jugendliche und Kinder des Wohngebietes schufen im Kurs Töpfern unter Anleitung von Keramiker Frank Wohlmann und im Kurs Malen/Basteln unter Anleitung von Marianne Ahlers Mal- und Bastelkurs viele kleine und große Kunstwerke. "Ich bin nicht nur erstaunt über den Ideenreichtum und die große Vielfalt", sagte AWO-Mitarbeiter Carsten Nell, "ich erkenne einen sehr deutlichen Qualitätssprung bei den Keramiken, den Bildern und Bastelarbeiten. Diese Präsentation hat ein erkennbar höheres Niveau als die im vergangenen Jahr."

Das bestätigte Karin Fröhlich, Vorsitzenden des AWO Ortsvereins Halberstadt, die die Kurse begleitete und betreute. "Ich habe mit Begeisterung beobachtet, wie so viele schöne Dinge entstanden sind. Die großen und kleinen Kursteilnehmer waren sehr kreativ", sagte sie und bedankte sich bei Marianne Ahlers und Frank Wohlmann mit Präsenten und Blumen.

Erfreut verkündete sie, dass auf Wunsch von Teilnehmerinnen der Mal- und Bastelkurs ins Monatsprogramm der Begegnungsstätte aufgenommen wurde.

Und Carsten Nell versicherte, dass man sich aufgrund des neuerlichen Erfolgs ein weiteres Mal bei der Aktion Mensch um eine Förderung bewerben werden.

Die Teilnehmerinnen nahmen ziemlich genau unter die Lupe, was im jeweils anderen Kurs geschaffen wurde. Die Mädchen und Jungen der Kita "Pfiffikus" entdeckten nicht nur ihre eigenen Arbeiten sondern schauten sich begeistern die Exponate der Erwachsenen an und staunten über die vielen schönen Sachen.

Polonaise durch den Tafelgarten  

Einmal im Jahr lädt der Kreisverband Harz e.V. ehrenamtlich Engagierte ein, um Danke zu sagen und die freiwillig geleistete Arbeit wertzuschätzen.

Dieses Jahr wurde jedoch nicht zu einem Ausflug eingeladen, sondern in den Tafelgarten im Rambergweg in Quedlinburg. Der hat sich nach vielen Monaten Arbeit zu einem Vorzeigeobjekt gemausert. Auf der großen Wiese wurden Festzelte aufgebaut, Bänke aufgestellt, mit viel Herz dekoriert und schon konnten die Gäste kommen.

Bei unerwartet schönem Wetter – die Vorhersage hatte nasse Füße prophezeit – wurden die Ehrenamtlichen mit Kaffee und Kuchen begrüßt.

Und dann ging es ganz schnell zurück in eine Zeit, an die sich viele der Anwesenden noch bestens erinnern. Mario Kaulfers – nicht zu übersehen in seiner Volkspolizei-Uniform – lugte mit einem Fernglas durch die Hecken und beobachtete die Feiernden. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung bringt Kaulfers die DDR für einen Nachmittag zurück – ganz zur Unterhaltung der Ehrenamtlichen. Als Staatsratvorsitzender vergibt er die Auszeichnung als "Verdienter Mitarbeiter des Volkes" und weiht die Zuhörer in Plaudertaschenmanier in so manche Geheimnisse des Geehrten ein. Beim Ost- und West-Schabernack bleibt kaum ein Auge trocken, so dass Kaulfers bei der abschließenden Polonaise auch nicht lange bitten muss, bis alle auf den Beinen sind.

Zurück von der ostalgischen Zeitreise, konnten sich die Ehrenamtlichen an einem reichlichen Grillbüfett stärken und ließen den Nachmittag in gemütlicher Runde ausklingen.

87 Spendentüten für Tafel Quedlinburg

Kekse, Nudeln, Konserven, Reis und Nuss-Nougat-Creme – darauf können sich die Kunden der Tafel Quedlinburg bei den nächsten Ausgaben freuen. Die Lebensmittel sind in den Spendentüten enthalten, die Rewe-Kunden im Zuge der Tafelaktion „Gemeinsam Teller füllen“ für 5 Euro kaufen und als Spende im Markt lassen konnten. In Quedlinburg wurden so 87 Tüten gesammelt.

Am Dienstag übergab Immo Grollmisch, Geschäftsführer des Rewe-Marktes auf dem Mettehof in Quedlinburg, die Spenden-Tüten an Alexandra Schulze, Koordinatorin der Tafeln Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode. „Das sind etwa so viele wie 2018“ ist Grollmisch zufrieden mit der Aktion, die jedes Jahr wieder sehr gut bei seinen Kunden ankomme. Um Familien mit Kindern zusätzlich eine Freude zu machen, spendet der Markt zudem 250 Weihnachtskalender, die nun ebenfalls verteilt werden können. „Wir geben pro Familie eine Spenden-Tüte mit raus, wenn wir unsere Ausgaben durchführen“, erklärt Alexandra Schulze. Für die Tafelkunden seien die Tüten mit lange haltbaren Lebensmitteln immer eine besondere Freude.

Bundesweit ist die Spendenbereitschaft groß. Am Dienstagmorgen waren bereits 481.624 Tüten gespendet worden, weiß Alexandra Schulze es ganz genau. Die Kunden der Tafel profitieren darüber hinaus das ganze Jahr über von Spenden der Rewe-Kunden, die sich den Pfand für ihr Leergut nicht auszahlen lassen, sondern die Quittung in eine Spendenbox werfen. Die Lebensmittel, die von diesen Spenden gekauft werden, werden im Restaurant mit Herz verarbeitet und ermöglichen, dass hier täglich für wenig Geld eine warme Mahlzeit angeboten werden kann. Das Restaurant in der Weberstraße 22 ist der Tafel angegliedert und öffnet täglich für Tafelkunden und Gäste.

Der AWO Kreisverband Harz e.V., Träger der Tafeln Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode, unterhält im Landkreis derzeit insgesamt neuen Ausgabestellen und bedient etwa 1.500 Kunden.

Tafel Quedlinburg sucht neue Räumlichkeiten in Ballenstedt   

Die Tafeln in Trägerschaft des AWO Kreisverband Harz e. V. sind im gesamten Landkreis aktiv, fuhren zuletzt regelmäßig insgesamt neun Ausgabestellen an. Eine davon muss nun kurzfristig geschlossen werden.

Die Räumlichkeiten für die Ausgabestelle in der Quedlinburger Straße 4 in Ballenstedt wurden bisher von der Katholischen Gemeinde St. Elisabeth zur Verfügung gestellt. Dort sorgten Ehrenamtliche und Mitarbeiter der Tafel alle zwei Wochen dafür, dass die angelieferten Lebensmittel sortiert und an Kunden herausgegeben werden konnten. In einem Spendenschwein wurden Spenden gesammelt, die der Gemeinde übergeben wurden, um Kosten für Strom und Wasser zu decken, die während der Ausgabetage verursacht wurden.

Doch mit den Ausgaben ist nun Schluss. Die Gemeinde hat die Zusammenarbeit aufgekündigt. Hintergrund ist, dass für die beiden Tage im Monat, in denen die Räume genutzt werden dürfen, Miete gezahlt werden soll.

"Die Tafeln sind eine ehrenamtliche Organisation, die Menschen selbstlos hilft. In anderen Gemeinden unterstützen Kirchengemeinden die Arbeit der Tafel durch die kostenlose Bereitstellung von Räumen, leider nicht auch in Ballenstedt", sagt Kai-Gerrit Bädje, Geschäftsführer des AWO Kreisverbands Harz e.V. Die gemeinnützige Einrichtung finanziert sich vorrangig durch private Spenden, die tägliche Arbeit wird von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern bestritten. Die Ausgaben werden künftig im üblichen Zwei-Wochen-Takt in Quedlinburg stattfinden, bis eine Lösung gefunden ist.

Denn perspektivisch soll Ballenstedt weiterhin Ausgabeort bleiben. Die Tafel Quedlinburg sucht deshalb nach alternativen Räumlichkeiten, die regelmäßig genutzt werden können.   

Interkulturelles Fest: Von Ägypten über Indien nach Griechenland

Kultur erleben, Kultur zeigen und gemeinsam Vielfalt entwickeln, darauf komme es in der heutigen Zeit an, sagt Wolfang Scheller, stellvertretender Oberbürgermeister Quedlinburgs. In seinem Grußwort zu Beginn des Interkulturen Festes der Begegnungen vor der AWO-Kindertagesstätte „Kinderland Bummi“ auf dem Kleers in Quedlinburg betont er, dass Begegnung die beste Möglichkeit sei, um Vielfalt und Toleranz zu fördern und Kultur zu vermitteln.

Ein Angebot, dass beim Interkulturellen Fest der Begegnungen viele Familien nutzten und bei Spielen, Mitmachaktionen und Bildungsangeboten einen gemütlichen Nachmittag miteinander verbrachten.
Die teilnehmenden Organisationen und Institutionen hatten dafür eine kreative Weltreise vorbereitet, denn an jedem Feststand gab es ein anderes Land zu entdecken.

Die Schulsozialarbeiterinnen des AWO Kreisverbands Harz e. V. nahmen die Kinder und Jugendlichen mit auf eine farbenfrohe Reise nach Ägypten. Auf Papyrus wurden Pharaonen gezeichnet und in kniffeligen Spielen Pyramiden gebaut. Am Stand des Sozialzentrums Bode e.V. ging es nach Kanada und in die USA. Hier gab es bei einem Memoryspiel aber noch viele weitere Länder und deren Flaggen zu sehen. Nebenan ging es dann nach Indien und die Besucher konnten sich beim Spiel „Babylon“ messen.

Nach Griechenland ging es am Stand des offenen evangelischen Kinder- und Jugendhauses „Haltestelle“. Hier wurden aus einfachen Kerzen herrliche Kunstwerke. Sie wurden in farbiges, heißes Wachs getaucht, sodass hübsche und kunterbunte Kreationen entstanden. Niedliche Krokodil-Kastagnetten wurden in Spanien gebastelt – hierhin verschlug es die Besucher am Stand des Kinderladens des Dachvereins Reichenstraße.

Der Verein Europa-Aktionsforum gab einen Einblick in die japanische Kultur, an weiteren Ständen ging es nach Polen, Ungarn oder Bulgarien. Aber auch Deutschland war gut vertreten durch die Freiwillige Feuerwehr Quedlinburg und ein Team der Polizei. Die Beamten entließen an ihrem Stand viele junge Kinderkommissare in den Dienst, nachdem sie einiges über Spurensicherung gelernt hatten. Dafür gab es für jedes Kind einen eigenen Ausweis und eine Einmaligkeitsbescheinigung. Denn der Fingerabdruck, den die Kinder mit Daumen und Stempelfarbe auf ihren Ausweis stempeln, ist einzigartig.

Auf der Bühne unterhielten unterdessen die Kita-Kinder das Publikum mit Gesangseinlagen und dem kurzen Stück „Der Wolf und die drei Schweine“. Die Mitarbeiter der Tafel Quedlinburg kümmerten sich um das leibliche Wohl der Besucher.

Piratengeburtstag in Drohndorf: Kita "Bienchen" feiert 30 Jahre Bestehen 

Ende September feierten die Kinder und Mitarbeiter der Kindertagesstätte „Bienchen“ in Drohndorf Piraten-Geburtstag. Die Kita besteht 2019 bereits seit 30 Jahren. Das wurde gebührend gefeiert – mit Kuchen, Luftballons und vielen Geschenken. Im Eingang der Einrichtung stapelten sich die Blumensträuße und Präsente mit Spielen und Naschereien.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte nicht nur bei den Vorbereitungen geholfen, sondern auch ein in Luftballons gehülltes Geschenk mitgebracht. Darin versteckten sich allerlei Spiele und Präsente für Kinder und Kita-Mitarbeiter.

Nachdem alle Geschenke ausgepackt und die Piratenflagge gehisst war, waren Kinder und Eltern gefragt. Sie sollten verschiedene Stationen besuchen, an denen es lustige Piratenspiele zu erleben gab. So war an der Kanonenkugelschleuder zum Besipiel das Geschick der Kita-Kinder gefragt. Als Seeräuber mussten sich die Jungen und Mädchen dann auf die Planke wagen und ihre Konkurrenten mit einer Schwimmnudel ins ausgedachte Wasser schubsen.

Für die Erwachsenen – darunter auch einige ehemalige Mitarbeiter – war vor allem der Rundgang durch das Haus sehr spannend. Hier gab es viele interessante Neuerungen zu entdecken. Im Dachgeschoss prallten dann "heute" und "gestern" aufeinander. Eine alte Klappliege neben dem Matratzenlager versetzte viele Besucher zurück in die eigene Kindergartenzeit, als der Mittagsschlaf noch auf den harten Liegen Alltag war. Die Veränderungen konnten die Besucher zudem auf Bildern nachvollziehen, die die Entwicklungen dokumentieren.

1989 wurde das Gebäude für die Krippenkinder gebaut. Viele von ihnen sind heute selbst Eltern und haben damals miterlebt, wie 1991 die beiden Einrichtungen in Drohndorf – die Krippe und der Kindergarten – zu einer Einrichtung zusammengelegt wurden.

Zwei Jahre später, 1993, wurde die Kindertagesstätte in die freie Trägerschaft der AWO Quedlinburg e. V. übergeben. Gleichzeitig wurde die hauseigene Küche geschlossen.

1996 kamen zu den Krippen- und Kindergartenkindern noch Hortkinder hinzu, die von nun an in der Drohndorfer Kita betreut wurden. Kurz vor der Jahrtausendwende, 1999, wurde von Kohle auf eine Erdgasheizung umgestellt. Die Kita bekam neue Fenster und eine neue Eingangstür. Fünf Jahr später wurde die Sanierung fortgesetzt. Dieses Mal wurde im gesamten Haus erneuert, ausgetauscht und angebaut. Das Dach, Dachfenster, Fassade und der Waschraum standen auf dem Sanierungsplan. Darüber hinaus wurden alle Trinkwasserleitungen erneuert und ein zweiter Rettungsweg eingebaut, der die sichere Flucht aus dem Dachgeschoss ermöglichte.

2008 folgte eine Alarmierungsanlage und es wurde ein Rauchabzug eingebaut, der im Ernstfall für ein rauchfreies Treppenhaus sorgt. Die Einrichtung erhielt eine Brandschutztür im Dachgeschoss, das zudem brandschutztechnisch vom zweiten Obergeschoss abgeschottet wurde. Die großzügige Terrasse wurde 2011 komplett erneuert und ist heute noch immer einer der liebsten Plätze der Kinder und Erzieher.

"Abenteuer Heimat": Kinder erkunden den Harz  

Aufgeregt kramen die Jungen und Mädchen in ihren Rucksäcken. Sie suchen ihre selbstgebastelten Stempelhefte. Der Sonderstempel in der Dampflok der Selketalbahn ist der erste, den sie in den Herbstferien in ihren bunten Büchern verewigen. Am Ende der Ferienwoche sind ihre Hefte randvoll mit Stempelfarbe, Fotos und ganz vielen Erinnerungen.

Das einwöchige Wanderprojekt „Abenteuer Heimat – Gemeinsam über Stock und Stein“ der Tafel Quedlinburg unter Federführung des AWO Kreisverbands Harz e. V. war ein großer Erfolg und hat alle Erwartungen übertroffen. In Kooperation mit dem Verein Gesund älter werden im Harz e. V. (Träger des Projektes "Harzer Wandernadel"), dem Kinderladen Reichenstraße (in Trägerschaft des Dachvereins Reichenstraße e. V.) sowie der Quedlinburg‐Tourismus‐Marketing GmbH wurde ein buntes und kindgerechtes Ferienprogramm für Kinder von 6 bis 12 Jahren auf die Beine gestellt.

Schnell waren alle freien Plätze besetzt, sodass am Montag sogar über 20 Kinder im Restaurant mit Herz in der Weberstraße mit einem Bastelworkshop in die Woche starteten. Die Künstlerinnen Katrin Packebusch und Kiki Feicht stürzten sich mit den Jungen und Mädchen in ein kreatives Chaos und gestalteten ganz individuelle kleine Bücher, die sie die ganze Woche begleiteten.

Mit der Selketalbahn starteten sie dann am Dienstag in ihr erstes großes Wanderabenteuer. Schon die Dampflok, die sie in Mägdesprung absetzte, war für viele der Kinder ein Höhepunkt. Von dem kleinen Bahnhof ging es gemeinsam mit Gästeführer Helmut Engelmann erst einmal ordentlich bergauf und dann mitten durch den Wald bis zur Köthener Hütte. Hier wurde wieder fleißig gestempelt. Bis zur Verlobungsurne in Alexisbad wanderte die Gruppe und musste sich dann ziemlich beeilen, um den Zug zurück nach Hause nicht zu verpassen. „Ihr habt alle ganz toll mitgemacht und durchgehalten“, lobte Helmut Engelmann am Ende des Tages.

Am Mittwoch war die Gruppe noch einmal gewachsen. Gästeführer Hans-Jürgen Meie machte mit nun 26 Jungen und Mädchen eine Stadtrallye durch Quedlinburg. Dabei mussten die Kinder besonders aufpassen und immer wieder Fragen beantworten. Zur Mittagszeit gab es ein gemütliches Picknick im Wordgarten, das von der Tafel Quedlinburg vorbereitet wurde. Am Ende des Tages hatten alle Kinder vier weitere Stempel in ihrem Heft – und bekamen auch noch eine Urkunde für die richtig beantworteten Fragen.

Vom Wanderfieber gepackt, ging es am Donnerstag schließlich nach Blankenburg. Hier statteten die Kinder dem Projektpartner der Harzer Wandernadel einen kurzen Besuch ab, bevor es wieder mit Helmut Engelmann – Wanderkaiser und Ehrenbotschafter der Harzer Wandernadel – auf Entdeckungstour ging. Dieses Mal führte er die Gruppe vom kleinen Schloss über den Großvaterfelsen bis ins große Schloss. Dort gab es nach einer Führung durch den alten Gebäudetrakt Mittagessen im Schlosshof.

Die ganze Woche über machten die Kinder Fotos von ihren Abenteuern, damit sie keines davon vergessen. Die Bilder durften sie dann am Freitag in ihre Hefte kleben und ihre Kunstwerke vollenden. Die zeigten sie ihren Eltern, Geschwistern und Angehörigen dann schließlich am Sonnabend bei einer großen Präsentation im Restaurant mit Herz.

"Eure selbstgebastelten Wanderhefte sind nun endlich voll. Das ist toll – und ein bisschen blöd", sagte Projektleiterin Sabine Herforth. "Es ist gar kein Platz für neue Stempel, wenn ihr mit euren Eltern wandern geht."

 Denn genau das ist eines der Ziele des Projektes: Die Kinder sollen ihre Wanderlust entdecken und ihre Familien am besten direkt auch mit dem Stempelfieber anstecken. Deshalb gab es abschließend für jedes Kind einen Stempelpass der Harzer Wandernadel – alle in der Woche gesammelten Stempel sind darin schon enthalten – und eine Wanderkarte, damit sie sich mit ihren Familien im Harz zurechtfinden. Zuletzt durften sich alle Kinder noch drei ganz besondere Stempel abholen. Helmut Engelmann hatte seine ganz persönlichen Sonderstempel als Wanderkaiser und Ehrenbotschafter im Gepäck. 

Gefördert wird das Projekt durch Mittel des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es ist Teil des Programms "Tafel macht Kultur" und wird durch die Tafel Quedlinburg (in Trägerschaft des AWO Kreisverbands Harz e. V.) in Kooperation mit dem Verein Gesund älter werden im Harz e.V., dem Kinderladen Reichenstraße (in Trägerschaft des Dachvereins Reichenstraße e. V.) sowie der Quedlinburg‐Tourismus‐Marketing GmbH durchgeführt.

  • AWO Kreisverband Harz e.V.

    AWO Kreisverband Harz e.V.

  • Verein Gesund älter werden im Harz e.V.

    Verein Gesund älter werden im Harz e.V.

  • Welterbestadt Quedlinburg

    Welterbestadt Quedlinburg

  • Dachverein Reichenstraße

    Dachverein Reichenstraße

  • Kultur macht stark

    Kultur macht stark

  • Bildungsministerium

    Bildungsministerium

  • Tafel macht Kultur

    Tafel macht Kultur

  • Arbeiterwohlfahrt

    Arbeiterwohlfahrt

AWO-Aktionstag: Azubis geben Einblick in ihre Ausbildung  

Es braucht Herzblut und Leidenschaft, um in der Altenpflege zu arbeiten. Denn der Arbeitsalltag verlangt Männern und Frauen körperlich und psychisch einiges ab. Doch das Lächeln auf den Lippen der Bewohner, ihre Dankbarkeit für ein paar Minuten ernstgemeinter Aufmerksamkeit – das sind die Momente, die den Job ausmachen. Darin sind sich die Auszubildenden des AWO Alten- und Pflegezentrums "Am Kleers" in Quedlinburg einig.

Was es bedeutet, in einer Einrichtung der Altenpflege zu arbeiten, davon konnten sich potenzielle Auszubildende und Interessierte Anfang September selbst ein Bild machen. Anlässlich der Woche der Demenz hatte die Einrichtung gemeinsam mit dem Institut für Berufliche Bildung A. Gesche zu einem Aktionstag eingeladen, bei dem sich die Azubis aus dem dritten Ausbildungsjahr bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen ließen.

An verschiedenen Stationen gaben sie Einblicke in ihren Alltag, nahmen Gäste beispielsweise mit auf eine Hausrunde, erklärten, wie ihre Ausbildung abläuft und was ihre Aufgaben sind.

Die Besucher konnten auch die Perspektive der Bewohner kennenlernen. Nach einem Blick in eines der Zimmer, konnten sie sich im Rollstuhl durch den Garten bewegen, einen Sinnespfad durchschreiten oder einen Anzug testen, der ihnen suggerieren sollte, wie schwerfällig und eingeschränkt der Körper sich im Alter anfühlen kann.

Ein wichtiges Thema an allen Stationen war immer wieder die Krankheit Demenz – der Tag war an die bundesweite Woche der Demenz angelehnt – und Fragen zu Ursachen, Auswirkungen und nicht zuletzt dem Umgang mit ihr.

Wer aufmerksam war, konnte mit Leichtigkeit die Fragen beantworten, die am Ende aller Stationen gestellt wurden. Doch bei dem Quizz gab es an diesem Tag keinen Gewinner.

Die Mitarbeiter und Auszubildenden hatten sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht und ein spannendes Programm vorbereitet, um die Berufe in der Altenpflege möglichst umfangreich und ehrlich darzustellen, um einen realistischen Eindruck von der Ausbildung und der Arbeit zu vermitteln. Die Aktion, die im Vorfeld auch an den Schulen im Landkreis beworben wurde, stieß leider auf kein Interesse.

Dennoch will die Heimleitung an dem Konzept festhalten, im nächsten Jahr ein ähnliches Angebot vorbereiten – und noch offensiver dafür werben. Hereinschnuppern hätte sich auf jeden Fall gelohnt!

Abenteuer Heimat – Gemeinsam über Stock und Stein


Der Harz ist ein beliebtes Ziel für Wanderer aus nah und fern. Was Natur und Kultur gerade hier so interessant machen, können Kinder zwischen 6 und 12 Jahren in den Herbstferien selbst erkunden: beim Wanderprojekt „Abenteuer Heimat – Gemeinsam über Stock und Stein“.


Dafür hat die Tafel Quedlinburg (in Trägerschaft des AWO Kreisverbands Harz e. V.) in Kooperation mit dem Verein Gesund älter werden im Harz e. V. (Träger des Projektes "Harzer Wandernadel"), dem Kinderladen Reichenstraße (in Trägerschaft des Dachvereins Reichenstraße e. V.) sowie der Quedlinburg‐Tourismus‐Marketing GmbH ein buntes und kindgerechtes Ferienprogramm für Kinder von 6 bis 12 Jahren auf die Beine gestellt. In Bastelworkshops und beim Wandern können Jungen und Mädchen vom 7. bis 12. Oktober die Natur erkunden, kreativ werden und Stempel der Harzer Wandernadel sammeln.


Montag: Wer wandern geht, hat sich für seine Mühen auch ein richtiges Abzeichen verdient! Das denken sich die Kinder am ersten Projekttag gemeinsam aus und fertigen darüber hinaus ein Foto-Stempel-Buch an, das es über die Woche hinweg zu füllen gilt.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Drei Tage lang geht es dann mit erfahrenen Gästeführern wandernd über Stock und Stein. Dabei machen die Kinder Fotos und sammeln Naturmaterialien. Gemeinsam sollen sie die Welt der Pflanzen und Tiere besser kennen‐, aber auch schätzen und respektieren lernen. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes baut auf Bewegung auf. Die Kinder sind unterwegs, erwandern ihre Umgebung und lernen dabei auch Interessantes über die Geschichte ihrer Heimat.

Freitag: Die Erlebnisse sollen schließlich am Freitag beim Basteln in einem Fotoalbum festhalten und die mitgebrachten Materialien kreativ verarbeitet werden.

Am Sonnabend sind dann Eltern, Geschwister und Freunde zur Abschlusspräsentation in das Restaurant mit Herz der Tafel Quedlinburg eingeladen. Ab 14 Uhr können sie sich bei einer Foto- und Bastelausstellung selbst ein Bild von den Abenteuern der Kinder machen. Krönender Abschluss ist die Verleihung der Abzeichen - die haben sich die Kinder dann auch redlich verdient!

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Teilnahme nötig.

Gefördert wird das Projekt durch Mittel des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es ist Teil des Programms "Tafel macht Kultur" und wird durch die Tafel Quedlinburg in Kooperation mit dem Verein Gesund älter werden im Harz e.V., dem Kinderladen Reichenstraße (in Trägerschaft des Dachvereins Reichenstraße e. V.) sowie der Quedlinburg‐Tourismus‐Marketing GmbH durchgeführt.

  • Tafel macht Kultur

    Tafel macht Kultur

  • Kultur macht stark

    Kultur macht stark

  • Bildungsministerium

    Bildungsministerium

Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Kinderladen der Reichenstraße, der Geschäftsstelle der QTM auf dem Marktplatz in Quedlinburg und bei der Harzer Wandernadel in Blankenburg.

Tafel Quedlinburg zeigt sich in frischen Farben

Die Ausgabe der Tafel Quedlinburg findet seit Jahren an einem eher ungewöhnlichen Ort statt. Im Keller eines ehemaligen Frauengefängnisses werden jede Woche Lebensmittel sortiert und verteilt.  

In den stark genutzten Räumen war zuletzt immer wieder Schimmel aufgetreten. Versuche, diesen mit einfach Mitteln und quasi im laufenden Betrieb zu entfernen, scheiterten. Deshalb musste eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Weil die Tafel ohnehin aufgrund der Verkehrseinschränkungen mehrere Tage rund um den Sachsen-Anhalt-Tag schließen musste, sollte die Zwangspause sinnvoll genutzt werden, um den Keller in Schuss zu bringen.  Dafür wurden zunächst alle Möbel ausgeräumt und voll motiviert die Farbtöpfe rangeschafft.

Doch die Ernüchterung war groß, als alles rausgeräumt war. Der Schimmel hatte sich stärker ausgebreitet als zunächst vermutet. Der Boden, viele Wände und auch die Fenster hatten über die Jahre sehr gelitten und mit frischer Farbe war es nicht getan. Aus der überschaubaren Maleraktion wurde deshalb kurzerhand eine umfassende Renovierung des Kellergeschosses. Die Ausgabestelle musste für die Dauer der Arbeiten kurzerhand eine Etage höher ziehen.

Hier wurde auch direkt die Kleiderkammer ausgeräumt und frisch gestrichen. Im Restaurant mit Herz – der Aufenthaltsraum wurde bereits zu Jahresbeginn völlig neu gestaltet – nahmen sich die Männer und Frauen zudem die Küche vor.

Während die Quedlinburger sich also feiern ließen, wurde in der Tafel tatkräftig angepackt. Der alte Fußboden wurde komplett ausgetauscht und durch Fließ-Estrich ersetzt, der später mit Bodenfarbe gestrichen wurde.  Die Wände – die die Aktion erst ausgelöst hatten – bekamen eine Spezialbehandlung mit Schimmelfarbe. Die maroden Fenster wurden zudem kostenlos von einem befreundeten Handwerker ausgetauscht.

Die REWE-Filiale in Quedlinburg unterstützte das Vorhaben zusätzlich mit neuen Regalen, die der Ausgabestelle nun einen völlig neuen Charakter verleihen.  Der Ausgaberaum ist nach der Aktion nicht mehr wiederzuerkennen.  

"Der Keller hier in unserer Tafel hat uns in den vergangenen Wochen einiges abverlangt, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagt Alexandra Schulze, Koordinatorin der Tafeln im Landkreis Harz. "Ich bin unseren Helfern sehr dankbar, dass sie uns so unterstützen. Ohne sie hätten wir die Ausgabestelle nicht so schön herrichten können. Besonderer Dank geht auch an meine Tafelmitarbeiter, allen voran Ingolf Pape, der sich unermüdlich für unser spontanes Großprojekt eingesetzt hat."

Aus den Reihen der Tafel-Kunden gab es nach der Aktion durchweg positive Rückmeldungen und auch die Mitarbeiter fühlen sich in den Räumlichkeiten pudelwohl.

Nachwuchs-Imker naschen im Ökogarten leckeren Honig

Es summt und brummt geschäftig im Wordgarten. Unzählige Honigbienen sind fleißig dabei, die Blumen auf den umliegenden Wiesen zu besuchen und Blütenstaub zu sammeln.

Was für kunstvolle Wabenbauwerke sie dann in ihren Beuten erschaffen und wie lecker frischer Honig schmeckt, das durften rund 18 Kinder beim Projekt „SUMM – Die Bienen sind los!“ erleben. Gemeinsam mit Imker … Kramer besuchten die Kinder die Insekten in ihrem Zuhause. Damit sie nicht von aufgeregten Bienen gestochen werden, bekam jeder Junge und jedes Mädchen einen eigenen Imkeranzug mit Kopfschutz und schon konnte es losgehen.

Damit begann die viertägige Projektwoche Ende April im Ökogarten. Unter der künstlerischen Leitung von Silke Meyer und mit Unterstützung von Kräuterfachfrau Silke Schoppe drehte der erste Tag um die kleinen Insekten und Kräuter. Dabei lernten die Jungen und Mädchen spielerisch viele neue und spannende Dinge, bekamen aber auch wertvolles Wissen vermitteln. Zum Beispiel, dass die Kräuter und Blumen ohne Bienen nicht wachsen können, aber auch die Insekten auf die Pflanzen angewiesen sind und ihre Pollen brauchen.

Bei einer Kräuterwanderung lernten sie dann verschiedensten Pflanzen kennen. Viele davon sind essbar und kamen deshalb zum Mittag auf den Tisch: Als frischer Salat mit bunten Blüten oder als Brennnessel-Omeletts über dem Feuer zubereitet.

Kreativ wurde es dann am zweiten Tag. Noch einmal machten sich die Jungen und Mädchen auf, um im Ökogarten nach Wildkräutern zu suchen. Dieses Mal sollten sie aber nicht unbedingt essbar sein, sondern färben. Die Blätter und Blüten wurden dann auf Stoffbeuteln verteilt, in einer Lauge gekocht und später zusätzlich bemalt. Das Ergebnis waren kunterbunte und einzigartige Beutel.

Gleichzeitig machten sich die Kinder an ein weiteres Projekt und überlegten sich Fragen und Motive für Quizztafeln, die später im Ökogarten aufgestellt werden sollten. Unterstützung bekamen sie dabei vom Team des Ökogartens, das fleißig, sägte, hämmerte und schraubte, bis alle Tafeln fertig zum Bemalen waren.

Sandy Schwermer stieß an den beiden letzten Tagen dazu und machte mit den Kindern einen Theaterworkshop. Dafür wurde ein kurzweiliges Stück einstudiert und Handpuppen gebastelt.

Für eine lustige Schwarmbewegung – dabei schlüpften die Kinder dann selbst in die Rolle von Insekten – wurden kleine Flügel und Masken gebastelt.

Langweilig wurde es bei den vielen und sehr unterschiedlichen Angeboten nie. Und so hatten die Kinder noch alle Hände voll zu tun, bevor sie am letzten Tag ihre Familien zur Präsentation begrüßten. Das Theaterstück musste geprobt, die Quizztafeln fertiggestellt, Pizza gebacken und der Ökogarten dekoriert werden.

Die Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde staunten nicht schlecht, als sie einen Einblick bekamen, was in der kurzen Woche alles passiert war. Sie waren sich in jedem Fall einig mit den Projektpartnern, dass „SUMM – Die Bienen sind los“ ein voller Erfolg war.

Doch damit war noch nicht Schluss. Im Mai stand noch eine Kinopremiere an. Denn die Kinder wurden bei ihrem Projekt von einem kleinen Kamerateam begleitet, dass aus den Aufnahmen einen lustigen, unterhaltsamen und informativen Film zusammengeschnitten hat. Es wurde laut gelacht, gestaunt und gespannt Popcorn genascht bei der Premiere im Kino der Reichenstraße und alle Kinder bekamen eine DVD als Erinnerung an ihr Abenteuer.

Gefördert wurde das Projekt durch Mittel des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es ist Teil des Programms „Tafel macht Kultur“ und wurde durch die Tafel Quedlinburg in Kooperation mit dem Förderverein Natur- und Umweltzentrum Quedlinburg e. V. sowie dem Kinderladen, in Trägerschaft des Dachvereins Reichenstraße e. V., durchgeführt.

„Ich habe gedacht, jetzt sterbe ich“

Syrien – das bedeutet Krieg, Not, Leid, Armut. Es ist Rami Dahbours Heimatland, aus dem er vor dreieinhalb Jahren flüchtete. Am Dienstag war er zu Gast in der Tafel Quedlinburg, um Angestellten und Interessierten seine Geschichte zu erzählen. Und die beginnt in einem Syrien, das wir in Europa so kaum kennen.

„Wir hatten Spaß. Ich hatte ein normales Leben, viele Freunde“, sagt Rami als er auf die Zeit um 2009 zurückblickt. Er war Anfang 20, Fußballfan, studierte BWL und arbeitete in einer Bar in Damaskus.
Er habe sich frei und sicher in seinem Land gefühlt, auch wenn es dort schon damals keine Demokratie gab. 24 Stunden am Tag Strom und Wasser waren selbstverständlich. „Mein Paradies war Syrien“, sagt der 29-Jährige und zeigt Bilder seiner Heimat, wie sie damals aussah. Die Städte waren belebt, Staus verstopften die Straßen. Frauen konnten ihre Wohnung unverhüllt verlassen.

Heute ist davon nichts geblieben:  Die nächsten Fotos zeigen Krieg, Zerstörung und Ruinen, menschenleere Straßen. „So ist unser Land jetzt“, sagt Rami. Die Menschen haben gelernt, mit Bomben und Raketen, Terroristen und Mafia zu leben. „Der Tod war normal“, erzählt der 29-Jährige. Nahezu täglich sterben Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder. Es gibt nur alle paar Tage Wasser, gelegentlich Strom. Die Menschen leben in bitterer Armut. Der Krieg, den verschiedene Länder auf syrischem Boden austragen, habe bis heute eine halbe Million Todesopfer gefordert, 250.000 Menschen seien behindert, nennt Rami einige Zahlen.  

Sein Studium beendet Rami mitten im Krieg. Doch damit wird es für den jungen Mann ernst. In Syrien, so erzählt er, müssten Männer nach Ende ihrer Ausbildung in die Armee Assads eintreten. Für Rami unvorstellbar: „Ich will gegen keine andere Person kämpfen. Ich will mit Krieg nichts zu tun haben“, sagt er entschieden, zumal Assad seine Truppen gegen das eigene Volk einsetze.  
Gemeinsam mit seiner Familie entschied er, dass er weg muss. Doch keines der anderen arabischen Länder wollte nach 2011 Syrer aufnehmen. Aus dem Internet erfährt er: Europa nimmt Flüchtlinge auf. Seine Familie kratzt alle Reserven zusammen, um die Flucht zu finanzieren. „In unserer Kultur ist der Goldschmuck der Frauen eine Sicherheit“, erklärt er. Stirbt der Mann, ist sie fürs erste gut versorgt. Seine Mutter verkaufte ihren Schmuck trotzdem und gab ihrem Sohn 4.000 Euro für die gefährliche Reise nach Europa.

Am 10. September 2015 war sein letzter Tag in seiner Heimat, das letzte Mal, dass er seine Familie und Freunde sah. Dann bestieg er mit seiner Schwester, seinem Schwager und fünf Freunden einen Bus, der sie von Damaskus in den Libanon bringen sollte. Von dort fliegen sie in die Türkei.

„In der Türkei musste ich die Mafia finden“, erzählt Rami dann. Einige Zuhörer blicken ihn ungläubig an. Aber er braucht ein Boot, das ihn und seine Schwester über das Mittelmeer nach Griechenland bringt. 1.350 Euro bezahlt er für die gefährliche Reise, die in einer Katastrophe endet. Sie sollten ein kleines Boot besteigen, das für 18 Personen ausgelegt und nicht für offene Gewässer geeignet war. Immer mehr Menschen drängten auf das Boot. 30, 40, 50. Am Ende kauerten 65 Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge darin. Rami wollte aussteigen, das Risiko war ihm viel zu groß. Die bewaffneten Schleuser gaben ihm deutlich zu verstehen, dass er keine Wahl hat und schickten die Menschen aufs offene Meer.

Nach einer halben Stunde bekamen die Reisenden nasse Füße. Wenige Minuten später hörten sie ein seltsames Geräusch. Der Boden des Bootes war unter der viel zu großen Last gebrochen. „Ich habe nur Leute im Wasser gesehen. Ich habe gedacht, jetzt sterbe ich.“ Er stirbt nicht. Die türkische Polizei rettet die Überlebenden knapp eine Stunde nachdem das Boot untergegangen war. Zurück an Land muss er entscheiden, ob er zurück nach Syrien geht oder ein weiteres Mal die gefährliche Reise antritt. Er spricht mit seinem Vater, der ihm dazu rät, es noch einmal zu versuchen.

Erneut geht er einen Deal mit einer Mafiaorganisation ein, zahlt 1.400 Euro. Dieses Mal haben sie etwas mehr Glück. „Nur“ 38 Menschen sitzen in seinem Boot, das nachts in Griechenland ankommt. Rami und seine Freunde sind unendlich glücklich, Europa erreicht zu haben.

Von Griechenland reisen sie über Mazedonien, Serbien und Kroatien bis nach Österreich. Dort können sie das erste Mal duschen und etwas anständiges Essen. Die gesamte Reise habe er sich nur von „Snickers“ ernährt – weil es billig ist und sie kein Geld mehr hatten.

Rami will weiter nach Ostdeutschland. „Die Leute sind nett dort“, habe ihm sein Vater gesagt, der 1978 in Ostberlin war. Sie fuhren also weiter bis nach Halberstadt in die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber und später weiter nach Magdeburg. Hier erhielt er schließlich seine Aufenthaltserlaubnis, aber bis er seinen Deutschkurs beginnen konnte, sollte ein weiteres halbes Jahr vergehen. „Meine Integration in dieser Zeit war gleich null“, sagt er ehrlich. Alle Versuche, Anschluss zu finden, scheiterten – bis ein Freund ihm erzählte, dass das AWO Landesjugendwerk einen Bufdi suchte. Rami nutzte seine Chance – mit großem Erfolg.
Heute ist er Projektleiter des Nachbarschaftstreffs des AWO Landesverbands in Magdeburg. Hier leitet er einen arabischen Integrationskurs für Deutsche, einen Deutschkurs für Geflüchtete und bringt beide Seiten bei Veranstaltungen zusammen. Er gibt Workshops zu interkultureller Kompetenz, hilft Deutschen und Migranten bei der Jobsuche und engagiert sich als Vorstandsmitglied im AWO Landesjugendwerk. Seine Geschichte erzählt er in Schulen, vor Abgeordneten, bei der Polizei und allen, die ein offenes Ohr haben. Es sei nur eine von Millionen Geschichten geflüchteter Syrer, sagt er traurig.

Dennoch: Magdeburg ist nur seine zweite Heimat. „Wenn der Krieg vorbei ist, fliege ich zurück. Wir bauen Syrien wieder auf, nicht nur die Gebäude, auch die Menschen.“

„Vielfalt macht stark“: gelungene AWO-Jubiläumsparty

Auf dem Marktplatz in Quedlinburg herrschte am Sonntag kunterbuntes Treiben. Der AWO Kreisverband Harz e. V. hatte zur großen Geburtstagsfeier eingeladen. Unter dem Motto „Vielfalt macht stark“ präsentierten sich anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Arbeiterwohlfahrt die verschiedenen Einrichtungen des Kreisverbands beim Familienfest mit vielen Informations- und Mitmachangeboten.

So präsentierten sich am Stand der Seniorenhilfe die Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheims „Am Kleers“ gemeinsam mit Kollegen der Tagespflege und des Ambulanten Pflegedienstes und klärten über die unterschiedlichen Angebote auf. Der Chor des Pflegeheims beteiligte sich zudem mit einer Gesangseinlage auf einer der beiden Bühnen. Das Steinke Sanitätshaus sowie das Institut für Berufliche Bildung A. Gesche unterstützten mit eigenen Ständen an denen Besucher Rollstühle austesten und einen Ganzkörperanzug anlegen konnten, der die Veränderungen des Körpers im hohen Alter vortäuscht.

Im Mitmachzirkus der AWOlinos (Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Börde e. V.) wurden aus mutigen Jungen und Mädchen kleine Artisten, die auf Seilen balancieren oder jonglieren lernten. Tom Balloni begeisterte mit seiner Ballonkunst und zauberte nicht nur für die kleinen Besucher Herzen, Schwerter und Tierfiguren. Während die Kinder sich zudem an Riesenseifenblasen erfreuten, auf den Hüpfburgen herumturnten oder an den verschiedenen Bastelständen kreativ wurden, nutzten die Erwachsenen die Gelegenheit, sich über die unterschiedlichen Einrichtungen des Kreisverbands zu informieren. Der Bereich der Kindertagesstätten lud zu einer Zeitreise ein – mit Holzbauklötzen, Puppenstube oder alten Büchern. Dafür hatte das DDR-Museum Thale viele Exponate ausgeliehen, die ältere Besucher in Erinnerungen schwelgen ließen.

Am Stand der Behindertenhilfe wurde über psychische Erkrankungen aufgeklärt und die eigenen Sinne in Blackboxen auf die Probe gestellt. Kreativ wurde es auch beim Landesjugendwerk, wo mit Sprühfarbe aus einfachen Stoffbeuteln farbenfrohe Unikate wurden. In diese wanderten dann oft auch die Kunstwerke, die gemeinsam mit den Schulsozialarbeitern entstanden. Mit Feder und Tinte wurden hier in alter Sütterlinschrift kleine Nachrichten verfasst oder Steine und kleine Porzellanschalen bemalt. Eine Station weiter wurde es dann noch bunter: Am Schminkstand der Sozialpädagogischen Familienhilfe wurden aus den Jungen und Mädchen zauberhafte Fabelfiguren während nebenan am Basteltisch des Kinder- und Jugendheims „Marie Juchacz“ lustige CD-Tiere, Kochlöffelschmetterlinge oder witzige Figuren aus Woll-Pompons entstanden.

Für das leibliche Wohl sorgten die Mitarbeiter der Tafel Quedlinburg. An ihrem Stand bildeten sich zeitweise lange Schlangen. Die beliebten hausgemachten Klopse und den Kartoffelsalat wollte sich niemand entgehen lassen. Und tatsächlich waren schon vor Ende des Festes alle Würstchen, Buletten und Kuchen restlos ausverkauft. Ein großer Erfolg für das Team, dass sich wochenlang auf diese Aufgabe vorbereitet hat.

Die Bands „Faunas“, „Mosaik“ und „Patchwork“ sorgten für einen gelungenen musikalischen Rahmen und luden mit bekannten Nummern immer wieder zum Mitsingen ein.

Die Show stahlen ihnen jedoch die Kinder der AWO-Kindertagesstätte „Sputnik“ mit ihrem Maskentheater. Ganz in schwarz gekleidet, mit weißen Masken und Handschuhen bewegten sie sich zu imposanter Musik und zogen alle Aufmerksamkeit auf sich. Belohnt wurden sie mit langem Applaus.

„Es macht mich stolz, zu sehen, wie sich alle Beteiligten engagiert haben und mit viel Elan ein Fest gestalteten, das seines Gleichen sucht. Dies gilt ganz besonders für die Singegruppe aus dem „Kinderland Bummi“ in Quedlinburg, so der Geschäftsführer Kai-Gerrit Bädje.

100 Jahre Hilfe auf Augenhöhe

Seit 100 Jahren unterstützt die Arbeiterwohlfahrt sozial schlechter gestellte Menschen, betreibt Kindertagesstätten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Senioren und vieles mehr. Das Jubiläum hat der AWO Kreisverband Harz e. V. nun zum Anlass genommen, gemeinsam mit etwa 100 Gästen in der Kammerbühne Halberstadt zu ergründen, warum die Arbeiterwohlfahrt damals nötig war – und warum sie auch heute unverzichtbar für unsere Gesellschaft ist.

Beim Fachtag „Marie Juchacz auf der Spur. – Warum sich die AWO gründen musste“ unternahmen die Gäste nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Kreisverbands, Dirk Michelmann, zunächst eine Reise ins Deutschland von 1949. Marie Juchacz, Gründerin war gerade aus dem Exil in den USA zurückgekehrt und lebte bei ihrem Sohn Paul nahe Koblenz am Rhein. Schauspielerin Anja Grasmeier schlüpfte dafür in die Rolle Juchacz‘, die in ihrem neuen Zuhause die zahllosen Briefe und Postkarten durchsieht. Aus einem Brief liest sie laut vor und muss dabei lächeln: „Gibt dir det Leben mal’n Knuff, dann weene keene Träne, setz dir uff’ne Bank und baumle mit de Beene.“ Es sind Glückwünsche ihrer Vertrauten, Lotte Lemke, zum 70. Geburtstag.

So spielerisch zurückversetzt, berichtet sie dem Publikum aus Sicht der AWO-Gründerin von ihrem Leben und politischem Wirken. Wie sie als Hausangestellte und später als Näherin arbeitete. Wie sie es wagte, ihren Mann zur Rede zu stellen, als er Geld aus der gemeinsamen Kasse nahm. Als er zuschlug, verließ sie ihn und nahm die beiden Kinder mit – ein extrem ungewöhnlicher Schritt in einer Zeit, in der Frauen nicht wählen und ohne Zustimmung ihres Mannes nicht einmal ein Bankkonto eröffnen durften.

Sie ging nach Berlin, später nach Köln, wo sie das Sekretariat für Frauenfragen bei der Sozialdemokratischen Partei übernahm. Schon zu dieser Zeit reifte der Gedanke, die Frauenbewegung mit praktischer sozialer Arbeit zu verbinden. „Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung wusste ich, dass sich die Arbeiter in jeder Lage kameradschaftlich zu helfen suchten“, so „Marie“ alias Anja Grasmeier. Der Krieg ließ kein Überlegen mehr zu. Ihre Anstrengung, Bedürftigen zu helfen, mündet schließlich 1919 in der Gründung des „Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt“.

Den Mut Juchacz‘, die ihrer politischen Überzeugung Zeit ihres Lebens treu blieb, würdigt Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, in ihrem Grußwort.

Die gelungenen schauspielerischen Einlagen werden durch Fachbeiträge verschiedener Referenten ergänzt. So schildert Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz die Situation und Traditionen in Deutschland zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Gerade Frauen waren damals in der Verantwortung, mussten ihr Leben selbst in die Hand nehmen und ihre Familien und Kinder versorgen. Denn die Männer waren entweder noch an der Front, verwundet oder bereits tot.

Vor allem die sozialdemokratischen Frauen sorgten während des Krieges dafür, dass die Gesellschaft nicht zusammenbrach. Sie veränderten sie durch praktische Solidarität, die jenen zuteilwurde, die unter den Auswirkungen des Krieges litten. Das bedeutete vordergründig, dass sich Betroffene gegenseitig halfen, wie Prof. Dr. C. Wolfgang Müller in seinem Beitrag verdeutlicht. Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist noch heute ein Leitsatz der Sozialdemokratie und der Arbeiterwohlfahrt. Sofern die gesellschaftlichen Bedingungen stimmen, kann jeder sein Leben eigenständig und eigenverantwortlich führen.

Im Ersten Weltkrieg und in den Jahren danach ermöglichten dies Suppenküchen, Nähstuben, Schreibstuben und viele weitere Angebote. Statt Almosen, die von oben nach unten gereicht wurden, begegneten sich Helfende und Hilfebedürftige auf Augenhöhe, führt Müller aus. Diese Sichtweise hielt mit Fortentwicklung der Arbeiterwohlfahrt auch Einzug in die Soziale Arbeit, die bis heute nach diesem Prinzip handelt. Barbara Höckmann, Präsidentin des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der AWO, fasste diesen Aspekt in ihrem Grußwort mit dem Zitat zusammen: „Nicht Milch und Quark, sondern Solidarität macht uns stark!“

Zuletzt wagen Prof. Dr. Ursula Birsl und Rudolf Dreßler (SPD) einen Blick in die Zukunft des Sozialstaats und der Wohlfahrtsverbände. Neoliberale Orientierungen, die propagieren, dass jeder seines Glückes Schmied sei, zerstören die solidarische Gesellschaft. Hilfe und Unterstützung werden zu Dienstleistungen, die in diesem Gesellschaftsmodell nur noch gegen Gegenleistung in Form von Vorteilen oder gar Geld zu erwarten sind. Alles in Allem: Soziale Arbeit und Wohlfahrtspflege sind und bleiben politische Arbeit, darin waren sich die Experten einig. Der anhaltende Applaus des Auditoriums unterstrich die Aussage eindrucksvoll.

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